Die chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis (CRMO) unterscheidet sich bei Kindern und Erwachsenen in mehreren Aspekten, darunter Symptome, Krankheitsverlauf, Diagnose und Behandlung. Hier sind die wichtigsten Unterschiede:
1. Alter und Beginn
- Bei Kindern:
- Beginnt im Alter zwischen 7 und 12 Jahren.
- Es handelt sich um eine der häufigsten autoinflammatorischen Knochenerkrankungen im Kindesalter.
- Die Erkrankung kann während der Wachstumsphase spezifische Herausforderungen mit sich bringen.
- Bei Erwachsenen:
- Seltener entdeckt; oft eine Fortsetzung des CRMO aus der Kindheit oder eine Neudiagnose im Erwachsenenalter.
- Häufig mit einer längeren Latenzzeit oder diagnostischen Verzögerung verbunden, da die Erkrankung im Erwachsenenalter weniger bekannt ist.
2. Symptome und klinische Merkmale
- Bei Kindern:
- Häufiger akuter Beginn mit Schmerzen in den Knochen (z. B. lange Röhrenknochen wie Femur oder Tibia).
- Multifokale Knochenbeteiligung ist typisch (mehrere betroffene Stellen gleichzeitig).
- Systemische Symptome wie Fieber oder Unwohlsein treten gelegentlich auf.
- Assoziierte Hauterkrankungen (z. B. palmoplantare Pustulose) sind seltener.
- Bei Erwachsenen:
- Subtilere Symptome, oft ein chronischer Verlauf mit weniger ausgeprägten akuten Phasen.
- Häufige Mono- oder Oligoläsionen (nur ein oder wenige betroffene Knochen).
- Die Beteiligung der Wirbelsäule und der Beckenregion ist weltweit.
- Begleiterkrankungen wie Psoriasis oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn) treten höchstwahrscheinlich auf.
3. Bildgebung und Lokalisierung
- Bei Kindern:
- Betroffen sind vor allem die Metaphysen der langen Röhrenknochen (z. B. Femur, Tibia, Humerus).
- Seltener tritt die Erkrankung in der Wirbelsäule oder Beckenregion auf.
- Bildgebend zeigen sich osteolytische und sklerotische Veränderungen in den betroffenen Knochen.
- Bei Erwachsenen:
- Eine Präferenz für die Axialskelett-Beteiligung (Wirbelsäule, Becken, Sternum) wird beobachtet.
- Veränderungen können radiologisch schwerwiegender von anderen Erkrankungen wie Tumoren oder infektiöser Osteomyelitis zu unterscheiden sein.
4. Erfolgsverlauf
- Bei Kindern:
- Oft selbstlimitierend und häufig spontan nach einigen Jahren.
- Eine erfolgreiche Behandlung kann zu einer vollständigen Remission führen.
- Bei Erwachsenen:
- Der Verlauf ist oft chronischer und anhaltender.
- Ohne adäquate Therapie können bleibende Schäden oder Funktionsstörungen auftreten.
5. Assoziierte Erkrankungen
- Kinder :
- Oft verbunden mit autoinflammatorischen Haut- und Darmerkrankungen, wie Psoriasis oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED).
- Hautveränderungen (z. B. palmoplantare Pustulose) und Wachstumsstörungen können auftreten.
- Erwachsene :
- Mögliche Überlappung mit rheumatologischen Erkrankungen wie Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans).
- Seltenere Hautbeteiligung als bei Kindern.
6. Pathogenese
Die zugrunde liegenden Mechanismen sind bei Kindern und Erwachsenen ähnlich (autoinflammatorische Erkrankung), aber die Krankheitsausprägung variiert:
- Kinder: Hormonelle und immunologische Faktoren während der Wachstumsphase können eine Rolle spielen.
- Erwachsene: Eine stärkere Assoziation mit entzündlichen Begleiterkrankungen wird angenommen.
7. Behandlung
- Bei Kindern:
- Erstlinientherapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), die oft erreicht wird.
- In schwereren Fällen können Bisphosphonate, Kortikosteroide oder Biologika (z. B. TNF-Alpha-Blocker) erforderlich sein.
- Gute Langzeitprognose bei rechtzeitiger Behandlung.
- Bei Erwachsenen:
- NSAR sind oft weniger wirksam; Es sind zwingende Biologika oder Immunsuppressiva erforderlich.
- Therapieansätze ähneln denen für Erwachsene mit verwandten Erkrankungen wie dem SAPHO-Syndrom.
Fazit
Die CRMO bei Kindern und Erwachsenen unterscheidet sich vor allem in der Lokalisierung der Läsionen, der Krankheitsaktivität und dem Verlauf. Während bei Kindern oft eine gute Prognose besteht und die Krankheit nach der Wachstumsphase ausheilen kann, ist bei Erwachsenen häufig ein chronischer Verlauf mit komplexeren Behandlungsanforderungen zu beobachten.