Das SAPHO-Syndrom (Synovitis, Akne, Pustulose, Hyperostose und Osteitis) wird als autoinflammatorische Erkrankung klassifiziert und nicht als Autoimmunkrankheit, da die zugrunde liegenden pathophysiologischen Mechanismen Unterschiede aufweisen. Hier sind die wesentlichen Gründe:
1. Unterschiede in der Immunpathologie
Autoinflammatorische Erkrankungen:
- Charakterisiert durch dysregulierte angeborene Immunantworten .
- Es gibt eine übermäßige Aktivierung von Entzündungswegen , die durch das angeborene Immunsystem vermittelt werden, insbesondere durch Neutrophile, Makrophagen und die Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen wie IL-1β, TNF-α und IL-6.
- Autoantikörper oder autoreaktive T-Zellen, die für Autoimmunkrankheiten charakteristisch sind, fehlen.
Autoimmunkrankheiten:
- Vermittelt durch das adaptive Immunsystem , insbesondere durch T- und B-Zellen.
- Gekennzeichnet durch das Vorhandensein von Autoantikörpern oder autoreaktiven T-Zellen , die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet sind.
Im Falle des SAPHO-Syndroms zeigen Studien, dass die Entzündung primär durch eine Überaktivierung des angeborenen Immunsystems verursacht wird, ohne dass spezifische Autoantikörper nachweisbar sind.
2. Genetische und molekulare Grundlagen
- Autoinflammatorische Erkrankungen werden häufig mit genetischen Mutationen in Genen assoziiert, die für die Regulation des angeborenen Immunsystems wichtig sind. Beim SAPHO-Syndrom wird eine Rolle von PSTPIP2 (Proline-Serin-Threonin-Phosphatase interagierendes Protein 2) diskutiert, das bei der Regulation von Entzündungsreaktionen eine Rolle spielt.
- Autoimmunkrankheiten haben oft eine Assoziation mit genetischen Variationen in den HLA-Genen , die das adaptive Immunsystem regulieren. Solche HLA-Assoziationen sind beim SAPHO-Syndrom nicht typisch.
3. Fehlen spezifischer Autoantikörper
- Bei Autoimmunkrankheiten wie Lupus oder rheumatoider Arthritis werden spezifische Autoantikörper (z. B. antinukleäre Antikörper oder Rheumafaktor) als diagnostische Marker verwendet.
- Beim SAPHO-Syndrom wurden keine solchen Autoantikörper identifiziert, was ein weiteres Unterscheidungsmerkmal darstellt.
4. Klinische Merkmale und Entzündungsmuster
- Autoinflammatorische Erkrankungen wie das SAPHO-Syndrom sind oft durch episodische Entzündungen , systemische Symptome (z. B. Fieber) und eine Beteiligung von Knochen, Haut und Gelenken gekennzeichnet.
- Das Muster der Entzündung ist „unspezifisch“ und betrifft mehrere Gewebe ohne die zielstrukturspezifische Zerstörung, die bei Autoimmunkrankheiten typisch ist.
5. Rolle von Pathogenen und Umweltfaktoren
- Es wird davon ausgegangen, dass Mikrobiota und Umweltfaktoren bei der Lösung des SAPHO-Syndroms eine Rolle spielen, indem sie das angeborene Immunsystem aktivieren. Bei Autoimmunerkrankungen spielen gegen autoantigenspezifische Immunantworten die zentrale Rolle.
Zusammenfassend:
Das SAPHO-Syndrom wird als autoinflammatorische Erkrankung eingestuft, weil es durch eine dysregulierte angeborene Immunantwort ohne spezifische Beteiligung des adaptiven Immunsystems oder Autoantikörper gekennzeichnet ist. Der Fokus liegt auf einer Überaktivierung proinflammatorischer Zytokine und neutrophiler Entzündungsmechanismen, was es von klassischen Autoimmunkrankheiten unterscheidet.